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Laut Arzt hätte er am 20.09.2017 kommen sollen, aber er war noch nicht motiviert. Heute, da ich ihn ja schon 8 Jahre kenne, kann ich das total verstehen. Er ist halt ein bisschen bequem, mein Bärchen. Und mindestens genauso liebenswert.

Es ist auf meiner Uhr jetzt 10:18, vor genau 8 Jahren hatte ich das ganze Spektakel gerade hinter mich gebracht . Mein Sohn kam putzmunter und kerngesund um 9:37 zur Welt, beziehungsweise wurde durch einen Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Ich war zu dem Zeitpunkt am 1. Tag der 43. Schwangerschaftswoche, also schon überreif und mein Junior war 55 cm groß und wog 3920 Gramm.

Dass er gerne und viel kommuniziert zeigte sich schon in seinen ersten Lebenswochen, mein Sohn war das klassische Schreibaby. Damals ging es mir nicht gut, dem Bärchen vermutlich auch nicht. Und heute klingt es so unwirklich, so weit weg. So richtig nachfühlen kann ich es heute gar nicht mehr, vielleicht ein Art Schutzmechanismus der Natur, so wie Frauen ja auch angeblich die Schmerzen bei einer Geburt vergessen.

Auch heute redet mein Bärchen noch sehr viel, über alles, immer! Und auch heute ist er noch ein sehr aufgeweckter junger Bursche. Und es macht Freude, ihn in meinem Leben zu haben. Gerade die Zeit als Alleinerziehende war oft anstrengend für mich und ich hatte Sorge, meinen Sohn nicht ausreichend versorgen zu können, beziehungsweise, ihm nicht immer das bieten zu können, was er verdient.

Um so mehr freut es mich, zu sehen, dass er sich ganz wunderbar entwickelt (hat). Natürlich, er hat seine Macken, aber die haben wir alle. Und im Großen und Ganzen läuft im Moment alles wie geschmiert.

Mein kleiner Schatz, ich bin sehr froh, dass es dich gibt! Ich bin so gerne deine Mama und ich liebe dich über alles. Es ist schön zu sehen, dass du, nach all den Schwierigkeiten, gerade im letzten Jahr, so freudig und motiviert deinen Weg gehst. Ich bin glücklich, dass wir Menschen gefunden haben, die dich nehmen wie du bist und deine Stärken fördern. Du bist etwas Besonderes und wahnsinnig wertvoll!

ALLES GUTE ZUM GEBURTSTAG, MEIN SCHATZ!

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Gestern bin ich mal wieder mit dem Rad unterwegs gewesen. Mein Sohnemann wollte zum Spielplatz fahren und da dachte ich, wenn ich schon dabei bin, kann ich ja gleich weiter fahren.

Weil ich ja einen lieben, verständnisvollen Freund habe, der mich unterstützt, hab ich mich nach dem Spielplatz-Ausflug ins Fahrrad-Outfit gezwängt und habe mich auf den Weg gemacht. Ich habe außer meinem Weg zur Arbeit noch zwei Strecken, die ich gerne fahre und habe die mit der geringeren Steigung (das ist im Mühlviertel immer noch einiges *g*) ausgewählt.

Seit ich Tabata, Taebo und co mache, bin ich nicht mehr so oft zum Radeln gekommen, habe aber schon damit gerechnet, dass sich auch da eine Verbesserung zeigen würde. Und siehe da. Die Hinfahrt (140 Höhenmeter) hab ich OHNE Pause geschafft – es war zwar anstrengend, aber durchaus fahrbar. Als ich meinen Endpunkt meiner letzten Fahrt erreicht hatte, war ich gut durchgeschwitzt und hätte schon noch weiter fahren können. Die Dunkelheit und die Kälte haben mich aber dann von der Rückkehr überzeugt.

Mir ist schon klar, dass für “richtige” Radfahrer meine paar Meterchen nicht beeindruckend sind, aber für mich sind sie der WAHNSINN! Es ging so viel leichter, als beim letzten mal, ich fühlte mich einfach super. Und das Gewicht, das ich da hoch schleppe, muss man auch bedenken, finde ich.

Also, ich bin sehr zufrieden mit mir und natürlich hoch motiviert so weiter zu machen. Am Montag (also morgen) startet mein erster USI-Kurs, am Dienstag mein zweiter. Darauf freue ich mich.

Dieses Sport-Ding macht echt Laune, hätte ich nie erwartet.

In diesem Sinne – weiter gehts,

bis bald und einen schönen Sonntag euch allen!

 

Mein Plan :)

Ich bin aktuell so ein bisschen unklar darüber, was ich will und was nicht. Also – so allgemein.

Ich mag zum Beispiel meinen Job, die KollegInnen darin und die Aufgaben. Ich hab mit Menschen zu tun, aber auch nicht ZU viel, weil eigentlich bin ja eher nicht so der Typ, der gerne ständig unter Leuten ist….ich hab aber irgendwie auch das Bedürfnis nach “mehr”.

Womit ich mich in letzer Zeit viel beschäftigt habe, ist das sogenannte “Lifestyle-Blogging”, wobei ich den Begriff eigentlich gar nicht so gerne mag. Aber das Grund-Ding kommt an das hin, worauf ich Lust hab. Nämlich einfach Dinge auszuprobieren, die mich interessieren und die Ergebnisse (gut, schlecht, amüsant, traurig,….) zu teilen. Erstens, um andere vielleicht zu erheitern (das wäre sehr, sehr schön), oder einfach zu motivieren und ermutigen (auch das wäre ganz wunderbar).

Ich hab keine besondere Ausbildung, einfach nur Lust und Freude daran, mich mit anderen auszutauschen. Ich hab auch nicht  vor, das zu meinem Beruf zu machen, aber so nebenbei als Ausgleich und Nebenbeschäftigung könnte ich mir schon vorstellen, sowas zu machen.

Wie ich das genau angehen werde, weiß ich noch nicht so ganz, aber da fällt mir fix was ein. Sonst start ich halt einfach mal spontan.

Also, macht euch bereit, in nächster Zeit wieder öfter von mir zu lesen/hören/was auch immer.

In diesem Sinne – bis bald! Ich freu mich auf Euch!

Auf die Zukunft

Im Laufe meines Daseins als Erwachsene, habe ich viele Fehler gemacht. Ich hatte Phasen, in denen ich in ein tiefes, dunkles Loch gefallen bin und dachte, ich würde nie mehr heraus kommen. Und immer wieder suchte ich nach dem Grund, warum es mir so schlecht ging, ich durchstöberte meine Vergangenheit, auf der Suche nach Dingen, die ich falsch gemacht hatte, die andere falsch gemacht hatten – und verzweifelte. Die Menge an unaufgearbeiteten Fehlern und Ereignissen schien mich schier zu erdrücken. Und wieder kam das Loch – wie sollte ich es nur schaffen, all diese Dinge wieder zu richten, die in über 30 Jahren falsch gelaufen sind.

Ich weiß nicht genau, was der Auslöser dafür war, aber vor ein paar Wochen hatte ich einen – für mich – bahnbrechenden Gedanken. Warum nicht einfach die Vergangenheit ruhen lassen? Warum nicht einfach damit abschließen, anstatt zu versuchen, jeden einzelnen Vorfall, der irgendwie schlecht gewesen sein könnte zu analysieren und aufzuarbeiten? Warum nicht einfach drauf sch*** (Verzeihung für das schlimme Wort, aber gerade in diesem Fall, scheint es mir das einzig passende zu sein)? Unangenehme Dinge sind passiert – ja. Aber kann ich sie jetzt noch ändern? – Nein. Bringt es mir irgendwas für meine Zukunft, wenn ich nach “Schuldigen”, alternativen Ausgängen et cetera suche? – Nein. Sollte ich nicht dann einfach nicht mehr drüber nachdenken ? – JAAAA!

Und siehe da, auf einmal war es so einfach! Ich schaffe es (aktuell) total einfach, nicht mehr über vergangene Dinge nachzudenken, beziehungsweise, mich nicht mehr darüber zu ärgern.

Was habe ich JETZT oder in ZUKUNFT davon, wenn ich mich heute darüber ärgere, was vor 20 Jahren mein Vater in einem unüberlegten Moment zu mir gesagt hat (nur ein Beispiel, keine Anschuldigung – mein Paps ist ein guter Mann *g*). – NICHTS!

Was habe ich JETZT oder in ZUKUNFT davon, wenn ich mich darüber gräme, dass ich mich von anderen Menschen hab ausnutzen lassen, in meiner Gutgläubigkeit? – NICHTS. Ich kann maximal daraus lernen und sagen – Okay, ist passiert, wird sicher nicht mehr so schnell vorkommen.

Meine Therapeutin in der Reha hat dazu mal einen guten Gedanken gehabt, als wir über die Rollen in meiner Familie sprachen und über Dinge, die von den Eltern erwartet wurden, antrainiert wurden und die, meiner Meinung nach, nicht unbedingt dazu geführt haben, mein Selbstbewusstsein zu stärken. Ich hatte Sorge, es würde den Eindruck machen, dass ich meine Eltern als schlechte Menschen darstellen wollte und versuchte, ihr zu erklären, dass dies nicht meine Absicht war, da ich durchaus der Meinung bin, es mit meiner Familie sehr gut getroffen zu haben!

“Natürlich sind ihre Eltern nicht schlecht, und ich habe auch nicht den Eindruck, wenn Sie mir von Ihnen erzählen.” war die Antwort. “Ihre Eltern haben damals so gehandelt, weil sie es für das Beste hielten, was sie für ihr Kind tun können! Sie haben in guter Absicht gehandelt und wollten Ihnen nichts Schlechtes, dass es vielleicht ein, zwei mal daneben ging, dafür können sie nichts. Auch Eltern machen Fehler und sie dürfen auch Fehler machen, auch sie sind nur Menschen!” Gute Frau – sie hat ja so recht! “Das einzige, was Sie jetzt tun können ist, die Dinge, die Sie für nicht gut erachten, nicht zu wiederholen und zu versuchen, es bei Ihrem Sohn besser zu machen. So läuft das immer.”

Es ist so einfach – so logisch und trotzdem hab ich sehr lange gebraucht, es zu verstehen. Die Vergangenheit ist vorbei, es sind Dinge passiert, die gut sind und Dinge, die nicht gut sind. Die Guten halte ich mir in Erinnerung und über die, die nicht gut waren, ärgere ich mich nicht mehr! Ich versuche daraus zu lernen, und in Zukunft anders, besser zu handeln. Denn wie Einstein schon sagte:

“Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.”

Mit dieser Erkenntnis (für die ich fast 36 Jahre gebraucht habe), werde ich, oder besser – versuche ich in eine positive Zukunft zu gehen und mich nicht zu belasten mit Dingen, die vorbei sind und die sich sowieso nicht ändern lassen. Klingt gut und ich bin optimistisch.

Ich hoffe/plane es bleibt so! Auf eine spannende Zukunft!

Auf Nimmerwiedersehen…

Ich hatte mir vorgenommen, nur noch über schöne Dinge zu schreiben, keine Jammer-Posts mehr zu verfassen – nicht hier, nicht auf FB oder sonst wo.

Anscheinend habe ich nicht genug Gutes zu berichten, denn mein Blog schweigt monatelang. Nicht, dass ich Nichts wüsste, was ich mitteilen möchte, aber es ist kaum Positives dabei.

Darum lasse ich es bleiben.

Ich schreibe gerne, ich LIEBE es zu schreiben, aber ich komme so gut wie gar nicht mehr dazu. Und wenn ich, so wie jetzt, ein paar Minuten finden kann, fallen mir nur “Ich-spucke-der-Welt-meine-Wut-und-Enttäuschung-ins-Gesicht”-Posts ein. Und von denen gab es früher viel zu viele.

Ich habe Freundschaften aufgegeben, weil ich mich nicht mehr mit solchen Dingen beschäftigen wollte, nicht mehr das Gejammer und das Selbstmitleid hören konnte…dann werde ich auch niemanden das Meine aufdrängen. Vor allem, weil ich sowieso seit September nur noch ein Thema kenne – die Besonderheit meines Sohnes und die Probleme/Schwierigkeiten, die dadurch entstehen – und ich endlich damit aufhören möchte, allen damit in den Ohren zu liegen. Ich höre jetzt einfach auf!

Bevor ich mich verabschiede (nur aus der Blog-Welt), möchte ich folgendes versprechen:

  • ich werde nie wieder, auf keine Art und Weise mehr, die Öffentlichkeit mit Texten aus meiner Feder “belästigen”,
  • ich werde meine Behandlung abbrechen, da sie zu nichts führt,
  • ich werde auf die Frage “Wie geht es dir?” nur noch mit “Gut!” antworten,
  • ich werde auf die Frage “Was gibt es Neues?” nur noch mit “Nichts Aufregendes!” antworten,
  • ich werde versuchen, meine Schuldgefühle loszuwerden und den Gedanken, dass die “Besonderheit” meines Sohnes eine Strafe für mich  ist, für Dinge, die ich in der Vergangenheit falsch gemacht habe.

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und die Treue,

Auf Nimmerwiedersehen!

Mein Kind, der Taferlklassler…

Wahnsinn, wie die Zeit vergeht – ich habe schon seit vier Monaten nicht mehr geschrieben. Und wenn ich den Post von damals lese, erkenne ich mich kaum wieder. Es hat sich schon wieder so viel getan, so viel verändert. Leider.

Seit der Junior zur Schule geht, ist unser Leben ein komplettes Durcheinander. Ein ständiges Hin- und Her-Hetzen von Arzt zu Arzt zu Termin, anstrengend und auslaugend für mich und mein Kind.

Mein Sohn hat seit seinem vierten Lebensjahr einen Befund, lautend auf Autismus-Spektrum-Störung, und genau diesen Befund habe ich bei seiner Einschulung im September 2015 der Schule gegeben. Seit genau diesem Zeitpunkt (also zum Zeitpunkt des Schulanfangs seit einem Jahr) war in der Schule bekannt, dass mein Sohn einen Platz als Integrationskind benötigt. Dennoch wurde er plötzlich zum Problem. Es gab beinahe täglich irgendetwas, was nicht passte.
Glücklicherweise hatte ich schon lange vor Schulbeginn einen Termin beim Kinderpsychiater vereinbart, weil wir mit eventuellen Komplikationen gerechnet hatten. Da es leider keinen anderen Weg mehr zu geben schien, ließ ich für meinen Sohn Ritalin 10 mg verschreiben. Nach einer Woche bekam ich von der Schule die Info, dass das Medikament nicht zu wirken schien. Ich selbst konnte dies schwer beurteilen, da ich mein Kind nur am Wochenende unter Ritalin-Einfluss erlebte und mir zu Hause der Unterschied sehr wohl auffiel. Aber zu Hause und Schule sind zwei verschiedene paar Schuhe. Also vereinbarte ich wieder einen Termin mit dem Arzt.

Unser Arzt meinte, dass es absolut kein Problem sei, das Medikament (bzw. die Dosis) zu erhöhen und so wurden aus 10 mg 30 mg retardiert. Hier sollte der Wirkstoff nicht auf einmal sonder auf zwei Schübe aufgeteilt zu je 15 mg abgegeben werden. Für mich war die Veränderung kaum erkennbar zu den 10 mg und ich befürchtete, dass dies für die Schule nicht reichen würde. Und genau so kam es auch. Juniors Integrationslehrerin erzählte mir beim Elternsprechtag, dass es wohl schlimmer geworden war und nicht besser.

Das Verhalten, von dem mir die Lehrerin erzählte, kannte ich von zu Hause von meinem Sohn nicht. Es fiel mir schwer, überhaupt zu glauben, dass er es war, von dem sie da erzählte. Aber – mit dem Hintergedanken, dass es ja keinen Grund gäbe, warum sie uns anlügen würde – ich glaubte ihr. Also wurde wieder ein Termin mit dem Arzt vereinbart, wieder das Medikament verändert zu Concerta 36 mg retardiert. Gleicher Wirkstoff, minimal erhöhte Dosis, anderer Name und langsamere Wirkstoff-Abgabe. Nach zwei Tagen bekam ich von der Schule die Info – “geht gar nicht!”.

Mittlerweile war auch ich schon am Rande meiner Geduld. Ich rief beim Arzt an, nur um die Info zu erhalten, die ich schon vermutet hatte – nach 2 Tagen könne man noch gar nichts sagen. Also, wagte ich ein Experiment. Ich erzählte in der Schule, wir wären wieder bei Ritalin und gab weiter Concerta, einfach nur um zu sehen, ob eventuell bei den Lehrerinnen ein “Placebo-Effekt” auftrat. So sehr hatte ich darauf gehofft, ich war fast überzeugt davon, dass es wirken würde. Aber leider scheiterte mein Experiment. Das Verhalten meines Sohnes veränderte sich nicht, es gab nur Beschwerden.

Für meinen Sohn wurde ein Sonderbetreuungsbedarf beantragt, weshalb eine Dame vom Zentrum für Inklusiv- und Sonderpädagogik (ZIS) ihn begutachten wollte. Just an diesem Tag für den Zeitraum von ca. 10 Minuten, den sich die Dame Zeit nahm (ich könnte ihren Namen erwähnen, aber möchte es nicht) verhielt sich mein Sohn unauffällig.
Gerade als die Gute sich aus der Klasse entfernt hatte, entschied Junior sich dafür, seinen Autismus doch zur Schau zu stellen. Die Schulassistentin folgte der Dame vom ZIS und meinte, sie solle kurz zurück kommen, um sich ein Bild zu machen, doch diese wollte nicht mehr. Sie meinte, die Schule solle den Junior von mir abholen lassen, bzw. ihn vom Unterricht suspendieren, wenn er sich ungebührlich verhalte.
Dies schienen aber die Lehrerinnen meines Kindes dann doch auch nicht zu wollen.

Man erklärte mir, dass dieser Sonderbetreuungsbedarf für Kinder mit Autismusspektrum sowieso erforderlich sei und dass man hoffe, die Zusage dafür noch dieses Schuljahr (2016/17) zu bekommen – meine Frage, warum man den Bedarf nicht schon vorher angemeldet hatte, da ja der Autismusbefund meines Sohnes schon seit einem Jahr bekannt war, ist leider nach wie vor unbeantwortet. Weiters wurde ich mit Informationen über Suspendierung, Unbeschulbarkeit und Heilstättenschule des Uni-Klinikums bombardiert. Ich war zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr sonderlich aufnahmefähig, die Heilstättenschule blieb mir allerdings im Gedächtnis.

Also wurde wieder ein Termin mit dem Kinderpsychiater gemacht und wir unterhielten uns über Medikamente und die Heilstättenschule. Da Concerta nicht den erwünschten Erfolg brachte (mittlerweile nahm es mein Sohn schon länger als nur zwei Tage), kamen wir zu dem Entschluss, uns vom Methylphenidathydrochlorid zu verabschieden, da mein Sohn anscheinend nicht auf diesen Wirkstoff ansprach. Es gab sogar eine entscheidende Nebenwirkung – er entwickelte Tics. Anfangs war es kaum merkbar, doch es wurde mehr und mehr. Von der Schule wurde das als (“Na, das is ganz normal in dem Alter”) Nichtigkeit abgetan, unser Arzt meinte allerdings, man sollte es auf jeden Fall im Auge behalten. Er stellte zusätzlich einen Kontakt zu der Heilstättenschule her und verschrieb meinem Sohn Risperidon.

Nach längerem Hin- und Her und zwei Wochen Ferien war es dann endlich soweit – mein Sohn durfte am 01.09.2017 in der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit dem Besuch der Heilstättenschule starten. Und wieder – Wahnsinn wie die Zeit vergeht – er ist schon wieder in seiner dritten Woche dort. Ich hatte schon ein Gespräch mit der Ärztin, eines mit der Psychologin, morgen ist ein Termin für EEG und nächste Woche kommt das MRT an die Reihe. Diese Untersuchungen sind notwendig, um die Herkunft der Tics abzuklären. Dazu wird mein Sohn stationär aufgenommen, er darf dann 2 Wochen in der Uniklinik bleiben und wird gleich auch richtig medikamentös eingestellt. Es kommt also noch viel auf uns zu – wie es mit der Schule danach weitergeht, ist noch offen.

Es war ein schwerer Weg bis hierhin, er ist immer noch nicht leicht, aber durch die gute – nein hervorragende – Betreuung im Uniklinikum bin ich wieder positiv. Wir schaffen das, wir bekommen das hin und dann kann mein Kind so unterrichtet werden, wie es für ihn passt. Zumindest dieses Kapitel (eines von vielen, die die letzten Monate so anstrengend gemacht haben) ist dann hoffentlich bald geschlossen.

Und ich hoffe, dann kehrt Ruhe ein!

Radeln statt Rauchen

Im letzten Blogpost (ist ja auch schon wieder eine ganze Weile her), habe ich erwähnt, dass es mir seit einiger Zeit richtig gut geht. Und bis auf den einen oder anderen Tag, an dem ich mal schlechter gelaunt bin als sonst (welche ich als “normal” erachte), ist dies auch weiterhin der Fall.

In der 1. und 2. Schulwoche meines Mini-Me’s gab es einen kleinen Einbruch, was ich aber darauf zurück führe, dass sich mein “Zwerg” und ich erstmal an den neuen Tagesablauf gewöhnen mussten. Jetzt nach 2 Wochen Ganztagsschule habe ich das Gefühl, wir werden wieder routinierter und es kehrt einfach wieder der gewohnte Alltag ein. Schön langsam aber sicher schaffe ich es auch wieder, den Sport, den ich so lieb gewonnen habe, in meinen neuen Alltag zu integrieren.

Sport bzw. Bewegung hat einen großen Teil zu meinem neuen Wohlbefinden beigetragen. Faszinierend, wie lange ich gebraucht habe, das zu verstehen – die Bewegung, die frische Luft, die Freude daran, zu sehen, wie ich Fortschritte mache, mich verbessere, ist einfach wunderbar. Und noch leichter fällt die Bewegung seit ich auf Zigaretten ganz verzichte.

Am 21.7.2016 habe ich die letzte Zigarette meines Lebens ausgedrückt und bin seit diesem Tag stolze Nichtraucherin. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon keine besonders starke Raucherin mehr, habe dennoch ab und zu einfach dem Drang nach der Droge nicht widerstehen können. Das e-Book “Endlich Nichtraucher für Frauen” von Allen Carr (Infos dazu: https://g.co/kgs/HcUazz) besaß ich ja schon eine Weile, gelesen hab ich es aber nie, aus Angst, ich könnte zunehmen, wenn ich aufhöre zu rauchen. Im Juli diesen Jahres packte mich aber dann der Ehrgeiz. Obwohl ich keine starke Raucherin war, sondern eher zur Kategorie “Gelegenheitsraucher” gehörte, merkte ich negative Auswirkungen z. B.- Husten, kratziger Hals, gelbe Zähne und vor allem – GESTANK!

Ich beschloss daher, das Buch zu lesen (so schnell wie möglich) und dann endlich aufzuhören. Ich war überzeugt, dass das Buch eine große Hilfe sein würde, beim Rauchen aufzuhören, da meine Mutter genau so aus der Nikotin-Falle entkommen konnte und mittlerweile schon über 15 Jahre keine einzige Zigarette mehr geraucht hat (und ihr geht es sehr gut dabei!!!). Meine Sorge, ich könnte zunehmen schob ich einfach beiseite. In den Sommerferien hatte ich genug Zeit, mich sportlich zu betätigen, da mein Sohn viel Zeit bei  meiner Mutter verbrachte. In meiner Reha (4.5.2016 – 15.6.2016) hatte ich schon “gelernt”, wie wichtig Bewegung für das Wohlbefinden war und hatte mir diese Erkenntnis mit nach Hause genommen. Ich habe mehrere Sportarten entdeckt, die ich gerne mag, mein Favorit bleibt jedoch das Radfahren. Ich habe meinen persönlichen Motivator (mein Schatz), ein tolles Trainingsgerät (meine Merida *g*) und in meine Wohngegend ist ideal zum Hügel-hoch-treten. Wobei ich oft genug fluche und mich frage, warum ich das überhaupt mache. Ist der Hügel dann aber erst mal geschafft, fühlt es sich super an.

Auch mein Sohn ist mittlerweile ein begeisterter Radfahrer und auch wenn die Ausfahrten mit ihm für mich nicht die große sportliche Herausforderung sind, macht es dennoch Spaß und es ist auf jeden Fall besser als nichts zu tun.

Vor ein paar Wochen hatte ich noch Sorgen, dass ich wieder in alte Verhaltensweise zurückfallen könnte und den Sport und die Bewegung aus meinem Leben ausschließen würde. Mittlerweile sind diese Sorgen aber schon (fast) verschwunden. Ich fühle mich einfach viel, viel besser, fitter und gesünder ohne Zigaretten und mit Sport. Und auch wenn ich es nicht immer schaffe so viel zu Radeln, Walken,… wie ich gerne möchte, schaffe ich es dennoch mindestens 2 mal pro Woche aktiv zu sein. Das ist für jemanden, der jahrelang nichts getan hat schon mal super. Und die Lust auf Nikotin spüre ich überhaupt nicht mehr – das ist noch viel, viel besser. Endlich ist es Zeit für mich, auf mich stolz zu sein und diesen Luxus gönne ich mir jetzt einfach mal (und das auch noch in aller Öffentlichkeit).

Ich bin eine gesunde, sportliche Mama und das ist super (und somit auch ein tolles Vorbild für meinen “Zwerg”)! Und ja, ich bin sehr stolz darauf, denn für eine lange Zeit war ich überzeugt davon, dass ich diesen Wandel niemals schaffen würde!
DANKE an alle die mir dabei helfen und danke auch an mich selbst, dass ich es trotz so manchem Stein im Weg immer und immer wieder versuche (und auch mache) 🙂 !!!!

 

 

 

 

Neustart

da bin ich also (wieder).

Ich habe schon immer gerne geschrieben – Geschichten, Tagebuch, Gedichte,… was mir eben so in den Sinn kam. Über die verschiedensten Themen. Über meine Depression, über meinen Sohn, über Sport, über Ernährung, über Liebe, Frust, Freundschaft.

Irgendwann brach alles ab und ich hatte keine Lust mehr, fand keine Worte mehr und keine Inspiration. Ich habe meine Kreativität verloren und auch einen großen Teil von mir selbst.

Ich ging einen schweren, steinigen Weg, oft hatte ich das Gefühl, es würde niemals besser werden. Ich versank im Selbstmitleid und in Hoffnungslosigkeit und strudelte dahin – mal war es besser, mal schlechter. Richtig gut wurde es nie.

Doch dann kam das Jahr 2016. Ich weiß nicht warum genau in diesem Jahr und nicht schon vorher (oder erst viel später), aber ich schaffte es, mich hoch zu rappeln. Mich von Dingen und Menschen, die mich seit Jahren nur bedrückten und hinunter zogen zu befreien – und es geht mir gut!

Nein, es geht mir sogar hervorragend!

  • Ich bin 10 kg leichter als letztes Jahr um diese Zeit.
  • Ich habe meinen Haushalt im Griff.
  • Ich habe mein Kind im Griff (meistens zumindest :-)).
  • Ich bin Nichtraucherin.
  • Ich bin sportlich.
  • Ich habe viele liebenswerte, positive Menschen um mich!
  • Und meine Kreativität ist zurück.

Und der letzte Punkt ist nun Grund für diesen Text (und die, die noch folgen werden). Ich habe wieder Lust, mich mitzuteilen, meine Erfahrungen, Erfolge, Gedanken zu teilen. Auch wenn dies vielleicht niemand lesen wird (was ja möglich ist), tut es gut, es einfach raus zu lassen.

Ich freue mich, wieder ich zu sein, beziehungsweise wieder auf dem Weg zu mir selbst zu sein.

Danke an alle, die mich bis hierher und noch weiter begleitet und unterstützt haben! Es liegen noch viele aufregende, schöne Zeiten vor uns!